Für eine Zukunft in Frieden unter Wahrung der Menschenrechte
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Erasmus+
Europäische Dimension archäologische Ausgrabungen KZ Gusen
Beschreibung
DE
Die europäischen Werte wurden zur Zeit des Zweiten Weltkrieges komplett erschüttert und zerschlagen. Ganz Europa litt unter dem Naziterror und in den Konzentrationslagern wurden Millionen Menschen aus ganz Europa ermordet. Die Nazi Ideologie bediente sich missbräuchlich verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen wie z.B. der Archäologie, um ihre Ideologie zu begründen. So war z.B. im Konzentrationslager Gusen ein Archäologiekommando unter der Federführung des polnischen KZ-Häftlings Kazimiersz Gelinek mit anfangs 30 polnischen Priestern im Einsatz, die gezwungen wurden, Gräber aus der Bronzezeit freizulegen und Ausgrabungsgegenstände sicher zu stellen. Direkt im Bereich des Konzentrationslagers
sollte ein Museum errichtet werden, welches die Naziideologie idealisieren sollte. Die Priester des Arbeitskommandos wurden im Dezember 1940 in das Konzentrationslager Dachau verlegt. Im Rahmen dieses Arbeitskommandos wirkte auch der Priester Johann Gruber, der die archäologischen Funde dazu nutzte, um eine Hilfsorganisation aufzubauen, die es vielen Häftlingen aus ganz Europa ermöglichte, zu überleben.
Das Thema selbst zeigt die Geschichte von gemeinsamen europäischen Werten.
Mit diesem Projekt tauschen Erwachsenenbildner:innen und Mitarbeiter:innen der Organisationen ihre Erfahrungen und Kompetenzen im Bereich der Erwachsenenbildung aus, sie geben ihr Wissen weiter und entwickeln gemeinsam eine Wanderausstellung, sie erstellen einen Ausstellungskatalog und gestalten einen Film. Ihre historischen und pädagogischmethodischen Kompetenzen werden dabei gestärkt. Es sind ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter:innen dabei, die in Initiativen und Einrichtungen bürgerschaftlichen Engagement einbringen. Das Projekt wird partizipativ erarbeitet.
Werte und Identität werden herausgearbeitet und gestärkt am Beispiel der an den Ausgrabungen beteiligten KZ-Häftlinge aus Polen und von Kazimiersz Gelinek sowie Johann Gruber: Wege und Verbindungen Polen – Österreich – Deutschland / Gusen – Dachau. Mittels Biografien erhalten die Pädagog:innen entsprechende Methoden zum Einsatz in der EB.
Ein Film wird gestaltet, der exemplarisch Menschen mit ihren Biografien vorstellt. Der Einsatz von Biografien in der Erwachsenenbildung ist eine ausgezeichnete Methode, um Wissen und Emotionen zu vermitteln.
Die Materialien stehen in den Sprachen Deutsch, Englisch und Polnisch; auch in einer Online-Version zur Verfügung. Rehabilitierung von Prof. Kazimiersz Gelinek und Aufzeigen, wie sich damals die deutsche Wissenschaft am Beispiel von Kazimiers Gelinek in ausbeuterischer Weise am Wissen und Können von Deportierten aus ganz Europa bedient hat und deren geistiges Eigentum trotz aktiver Bemühungen des Übervorteilten bis heute negiert hat (geistige Ausbeutung). Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit werden unterstützt.
EN
During the Second World War, European values were completely shattered and decimated. All of Europe suffered under Nazi terror, and millions of people from across the continent were murdered in concentration camps. Nazi ideology weaponized various scientific disciplines—such as archaeology—to provide a fraudulent justification for its doctrines.
For instance, at the Gusen concentration camp, an „Archaeology Commando“ was established under the direction of the Polish prisoner Kazimierz Gelinek. Initially, it consisted of 30 Polish priests who were forced to excavate Bronze Age graves and secure artifacts. A museum intended to idealize Nazi ideology was planned for the immediate vicinity of the camp. In December 1940, the priests of this labor commando were transferred to the Dachau concentration camp. Within this same commando, the priest Johann Gruber utilized the archaeological activities as a cover to build a relief organization, which enabled many prisoners from across Europe to survive.
The subject matter itself illustrates the history of shared European values. Through this project, adult educators and staff from various organizations exchange experiences and expertise in the field of adult education. They share their knowledge while jointly developing a traveling exhibition, an exhibition catalog, and a film, thereby strengthening their historical, pedagogical, and methodological competencies. The project involves both volunteers and professionals contributing through civic engagement initiatives. The project follows a participatory development process.
Values and identity are explored and reinforced through the biographies of the Polish prisoners involved in the excavations—specifically Kazimierz Gelinek and Johann Gruber—tracing the connections between Poland, Austria, and Germany (Gusen – Dachau). By utilizing these biographies, educators are provided with effective methodological tools for use in adult education. A film is being produced to present these individual life stories; biographical learning is an excellent method for conveying both factual knowledge and emotional resonance.
All materials are available in German, English, and Polish, including an online version. A core objective is the rehabilitation of Professor Kazimierz Gelinek. The project exposes how German academia at the time exploitatively utilized the knowledge and skills of deportees and continues to deny their intellectual property to this day, despite the efforts of those defrauded (intellectual exploitation). Ultimately, this initiative serves to support human rights and the rule of law.
Partnerorganisationen
Aktivitäten
Kurzbericht: Aktivität A1
Activity A1_ Training to test the educational materials I_ Włodawa/Poland 11th to 15th October 2023
Project: Zwangsarbeit: Entwicklung Wanderausstellung und pädagogische Materialien für Schulen / KA220 / 2021-1-AT01-KA220-SCH-000034450
Aktivität A1 fand vom 11. bis 15. Oktober 2023 in Włodawa, Polen, statt. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, mehr über die Geschichte des Nationalsozialismus, des Holocausts und der Zwangsarbeit in Polen zu erfahren. Die Beziehung zur polnischen Partnerregion wurde gestärkt. Das Programm für die Teilnehmer umfasste eine Gedenkfeier in Sobibor, Besuche des neuen Museums in Sobibor und des Synagogenmuseums in Włodawa, eine Konferenz über die NS-Geschichte der Region und ein Klezmer-Konzert.
A1 war das erste physische Treffen vor Ort in Polen. Die polnischen Beiträge zur Ausstellung konnten erprobt werden. Der Inhalt der polnischen Materialien war bereits klar: der Schwerpunkt lag auf der Zwangsarbeit im Vernichtungslager Sobibór und den zahlreichen Durchgangslagern. Die Weiterbildung wurde an den Schwerpunkt angepasst, sodass die Ausstellung zur Zwangsarbeit in Sobibór von den Teilnehmern zusammen mit Lehrern und Schülern der örtlichen Schulen besucht wurde.
Brief report: Activity A1
Activity A1_ Training to test the educational materials I_ Włodawa/Poland 11th to 15th October 2023
Project: Zwangsarbeit: Entwicklung Wanderausstellung und pädagogische Materialien für Schulen / KA220 / 2021-1-AT01-KA220-SCH-000034450
Activity A1 took place from 11 to 15 October 2023 in Włodawa, Poland. The participants were able to learn more about the history of National Socialism, the Holocaust and forced labour in Poland. The relationship with the Polish partner region was strengthened.
The program for the participants included a memorial ceremony in Sobibor, visits to the new museum in Sobibor and the synagogue museum in Włodawa, a conference on the Nazi history of the region and a klezmer concert.
A1 was the first physical meeting on site in Poland. The Polish contributions to the exhibition could be trialled. The content of the Polish materials was already clear: the focus was on forced labour in the Sobibór extermination camp and the numerous transit camps. The further training was adapted to the focus, so the exhibition on forced labour in Sobibór was visited by the participants together with teachers and pupils from the local schools.
Kurzbericht: Aktivität A2
Projekt: Zwangsarbeit: Entwicklung einer Wanderausstellung und pädagogischer Materialien / KA220 / 2021-1-AT01-KA220-SCH-000034450
A2 Projekt-Meeting: Wanderausstellung: Fixierung der Ausstellung
Vom 19. bis 22. November 2023 traf sich das internationale Projektteam, um den Inhalt der Ausstellungstafeln festzulegen. Die Ausstellung wird im Jahr 2024 fertiggestellt und für die Jugendbildung bereit sein.
Bei dem Treffen auf A2 konnten sich die Vertreter aller Projektpartnerländer zum ersten Mal persönlich treffen. Das Treffen ist die direkte Fortsetzung des Treffens im Oktober A1 in Włodawa/Polen: Die 21 Ausstellungstafeln wurden in Text und Bild vorgestellt und diskutiert. Hintergrundrecherchen wurden aufgezeigt und nachvollziehbar gemacht. Nach der Korrektur einzelner Punkte wurde der Inhalt der Ausstellungstafeln weitgehend fertiggestellt. Das Konzept der zeitgenössischen Tafeln wurde überarbeitet. Gleichzeitig wurden die Begleitmaterialien besprochen, da diese meist eine Vertiefung oder weitere Quellen für die Ausstellung darstellen. Es fand ein Austausch über die Unterrichtsmethodik der Begleitmaterialien statt.
Auch der kommende Schüleraustausch im April 2024 und die Multiplikatorenveranstaltungen wurden geplant.
Den Gästen wurde am Ausblicksturm der Ruine Spilberg (Langenstein) ein Überblick über das ehemalige Lagergelände Mauthausen-Gusen vereschafft. Der Ausklang fand am Christkindlmarkt in Linz statt.
Brief report: Activity A2
Activity A2_ Travelling Exhibition: Fixation of the exhibition_St. Georgen/Gusen (Austria) 19.-22. November 2023
Project: Forced labour: development of a touring exhibition and educational materials for schools / KA220 / 2021-1-AT01-KA220-SCH-000034450
A2 Project Meeting: Travelling Exhibition: Fixation of the exhibition
From 19th to 22nd November 2023 the international project team met in order to fixate the content of the exhibiton panels. The exhibition will be completed and ready for youth education in 2024.
At the meeting A2, representatives from all project partner countries were able to meet physically for the first time. The meeting is the direct continuation of the meeting in October A1 in Włodawa/Poland: The 21 exhibition panels were presented and discussed in text and images. Background research was revealed and made comprehensible. After individual points were corrected, the content of the exhibition panels was largely finalised. The concept of the contemporary panels was modified. At the same time, the accompanying materials were discussed, as these mostly represent a deepening or further sources for the exhibition. There was an exchange about the teaching methodology of the accompanying materials.
The upcoming school exchange in April 2024 and the multiplyer events were also planned.
The guests were given an overview of the former Mauthausen-Gusen camp site at the Spilberg ruins (Langenstein). Finally, they visited the Christmas market in Linz together.
Kurzbericht: Aktivität A3
Eine Woche lang trafen sich 37 Jugendliche aus Polen, Italien und Österreich für eine Jugendbegegnung in Linz. Die Aktivität fand im Rahmen des Erasmus+ Projektes „Zwangsarbeit. Entwicklung einer Wanderausstellung und pädagogischer Begleitmaterialien“ statt. Die Jugendlichen lernten über menschenrechtswidrige Zwangsarbeit als integraler Bestanteil des NS-Regimes, sowie deren lokalgeschichtliche Ausprägungen in Österreich, Polen und Italien. Sie besuchten gemeinsam die Gedenkstätten des NS-Terrors in Hartheim, Mauthausen und Gusen und konnten während eines bunten Rahmenprogrammes internationale Freund:innenschaften schließen.
Erprobung der Materialien
Das Erasmus+ Projekt wird von der Bewusstseinsregion Mauthausen – Gusen – St. Georgen geleitet und beleuchtet die NS-Zwangsarbeit, die im gesellschaftlichen Gedächtnis noch immer an den Rand gedrängt wird. Die Partnerorganisationen entwickeln eine Wanderausstellung, welche die NS-Zwangsarbeit in Polen, Italien und Österreich sichtbar macht. Deren Inhalte und die pädagogischen Begleitmaterialien wurden bei der Jugendbegegnung erprobt:
Modul 1 – Zwangsarbeit im ehemaligen KZ Gusen im Zuge des NS-Projektes „Bergkristall“: Die Jugendlichen erarbeiteten in Kleingruppen Fragen anhand der Biographien von Jerzy Osuchowski und Karl Littner. Beide hatten die KZ-Haft in Gusen überlebt. Aus den Biographien wurden zentrale Aspekte der KZ-Zwangsarbeit in Mind Maps visualisiert.
Modul 2 – Überblick über die vier Gruppen italienischer Zwangsarbeiter:innen, welche durch das NS-System ausgebeutet wurden, entlang der Geschichte Italiens während der NS-Zeit. Die italienischen Jugendlichen hatten Präsentationen zu ausgewählte Biographien erarbeitet. Diese umfassen italienischen Zwangsarbeiter:innen aus der NS-Zeit und von heute.
Modul 3 – Zwangsarbeit im Vernichtungslager Sobibor: Die Schüler:innen präsentierten einen historischen Überblick, welcher die Geschichte Sobibors im Rahmen des NS-besetzten Polens darstellte.
Die Module umfassen historische Überblickstexte, Biographien, Bilder und Fragen, welche sich die Schüler:innen in Gruppenarbeiten widmen sollen.
Rahmenprogramm
Die abendlichen Freizeitaktivitäten sorgten für ausgelassenen Ausgleich: Gemeinsam waren wir Spielen und Chillen im Jugendzentrum „Ann und Pat“, besuchten den Mural Harbor im Hafen Linz, gingen Kegeln und machten ein Lagerfeuer in der Burgruine Spilberg.
Internationale Netzwerke und Ausblick
Der komplett auf Englisch stattfindende Austausch stärke die Verbindung der Partnerorganisationen. Noch im Sommer diesen Jahres wird die gemeinsame Wanderausstellung fertig sein und bei drei Multiplyer-Events in den drei Partnerländern einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.
Brief report: Activity A3
International Youth Exchange | 8.-14. April 2024 | KA220-SCH-4340D967 / Activity A3
For one week, 37 teenagers from Poland, Italy and Austria met in Linz for a youth exchange programme. The activity took place as part of the Erasmus+ project ‘Forced Labour. Development of a travelling exhibition and accompanying pedagogical materials’. The young people learned about forced labour in violation of human rights as an integral part of the Nazi regime, as well as its local historical manifestations in Austria, Poland and Italy. Together, they visited the memorial sites of Nazi terror in Hartheim, Mauthausen and Gusen and were able to make international friends during a colourful supporting programme.
Testing the materials
The Erasmus+ project is led by the „Awareness Region Mauthausen – Gusen – St. Georgen“ and sheds light on Nazi forced labour, which is still marginalised in social memory. The partner organisations are developing a travelling exhibition that makes Nazi forced labour in Poland, Italy and Austria visible. The content of the exhibition and the accompanying educational materials were trialled during the youth exchange:
Module 1 – Forced labour in the former Gusen concentration camp as part of the Nazi project ‘Bergkristall’: the young people worked on questions in small groups based on the biographies of Jerzy Osuchowski and Karl Littner. Both had survived imprisonment in Gusen concentration camp. Key aspects of forced labour in concentration camps were visualised from the biographies in mind maps.
Module 2 – Overview of the four groups of Italian forced labourers who were exploited by the Nazi system along the history of Italy during the Nazi era. The Italian teenagers had prepared presentations on selected biographies. These include Italian forced labourers from the Nazi era and today.
Module 3 – Forced labour in the Sobibor extermination camp: The students presented a historical overview of the history of Sobibor as part of Nazi-occupied Poland.
The modules include historical overview texts, biographies, pictures and questions, which the students are asked to work on in groups.
Framework programme
The evening leisure activities provided an exuberant balance: we played and chilled together at the ‘Ann and Pat’ youth centre, visited the Mural Harbor in Linz harbour, went bowling and made a campfire in the Spilberg castle ruins.
International networks and outlook
The exchange, which took place entirely in English, strengthened the ties between the partner organisations. The joint travelling exhibition will be completed this summer and presented to the general public at three multiplyer events in the three partner countries.
„Funded by the European Union. Views and opinions expressed are however those of the author(s) only and do not necessarily reflect those of the European Union or the European Education and Culture Executive Agency (EACEA). Neither the European Union nor EACEA can be held responsible for them.“
Ergebnisse
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